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Detmolder Trio begeisterte im evanglischen Gemeindehaus

(bro) (khm) Das Trio "Con Abbandono" mit Beate Müller (Klarinette), Annelise Cassonnet (Cello) und Claudia Iserloh (Akkordeon) musizierte und erläuterte dazu launig am vergangenen Freitag im Rahmen der Kammerkonzerte der Eberbacher Kunstfreunde vor buchstäblich vollbesetztem Saal einen Reigen geschickt arrangierter musikalischer Preziosen, die original von 15 verschiedenen Komponisten stammten.

Man musste unwillkürlich an Goethes Vergleich der Kunst mit dem Sternhimmel (Ital. Reise 17.09.1786) denken: “In der Entfernung erfährt man nur von den ersten Künstlern und oft begnügt man sich mit ihren Namen, wenn man aber diesem Sternenhimmel näher tritt und die von der zweiten und dritten Größe zu flimmern anfangen und jeder auch als zum ganzen Sternbild gehörend hervortritt, dann wird die Welt weit und die Kunst reich."

So hörte man in ungewöhnlicher, aber aparter Trio- oder Duobesetzung mit Akkordeon, was eine Fülle reizvoller Klangwirkungen bewirkte, die von greller Akkordik bis hin zu feinster Melodieführung ging, erstrangige Musik von Bach, Bartók, Borodin, Chatchaturjan, Milhaud. Mozart, Piazzolla und Joh. Strauß, aber auch Sterne zweiter und dritter Größe kamen effektvoll zur Geltung: Albinoni, Devienne, Iturralde, Noble und Monti.

Unter den Klassikern Bach, Mozart und Devienne beeindruckte Mozarts “Orgelstück für eine Uhr“ (KV 608), das mangels heute fehlender musikalischer Automaten nur in bearbeitet zu hören ist und auch in der Fassung hier in Feierlichkeit, Kontrapunktik, klanglichen Lieblichkeit samt dreistimmiger Kadenz zur Wirkung kam. Das Vivace aus Bachs 3. Gambensonate zeigte ein frisches virtuoses Cellospiel, bei dem das an Cembalo-Begleitung gewohnte Ohr etwas Gewöhnung brauchte, um sich an den Akkordeonsound zu gewöhnen und dann zu erkennen, dass dieses die Feingliedrigkeit des Cembaloklangs durchaus erreichte. Dass man den gleichaltrigen Devienne den französischen Mozart nannte, bestätigte das Trio in seinem Spiel: dieselbe Eleganz und Heiterkeit, aber auch Einfühlsamkeit und Melancholie, dazu unbeschwerte Spielfreude hätte man auch bei einem Werk Mozarts verspürt.

Besonderen Nachdruck legte das Trio auf kontrastreiches Musizieren mit Spielfreude und melancholischem Klang - am besten gelingend in Bartóks "Rumänischen Volkstänzen" und der kleinen "Klezmer-Suite", die beide die typische klagend-fröhliche Mischung bieten, wobei neben dem sog. "freyleks shtikele - fröhliches Stückchen" die hebräische Liebesliedmelodie (“Es ist ein Abend der Lilien“) besonders anrührend musiziert war.

Der effektvoll vor die Pause gesetzten Tritsch Tratsch Polka des Walzerkönig Strauß wirkte auch in der Triofassung “frische, humoristisch gefärbt und pikant instrumentiert“. Die 1858 aufgeführte Polka trat einmal dem Tratsch entgegen treten, der flotte Schani wolle Wien den Rücken kehren und sein Glück in Russland suchen. Das Trio nutzte die Tratschidee dazu, während der Darbietung darüber zu tuscheln, dass nach dem Konzert CDs gekauft werden könnten, ein Gag, der seine Wirkung auch nicht verfehlte. Auch die spanisch-südamerikanische Musik kam auf ihre Kosten. Der "Kleine Czardas" des spanischen Meistersaxophonisten Iturralde, dem einzigen noch lebenden Komponisten des Programms, erlaubte der Klarinettistin eine tempomäßig und in Virtuosität sich steigernde Darbietung, die erklären mag, warum es sich hier um Iturraldes bekanntestes Stück handelt. Von Milhaud - zwar Franzose, aber auch Meister der südamerikanischen Musik - erklang aus seiner Scaramouche-Suite der Sambasatz ’Brasileira - Brasilianerin’, ein Ohrwurm, den das Trio ’mit Hingabe’ zelebrierte.

Nachdem schon der hochvirtuose, dem russischen Cellisten Rostropowitsch gewidmete (1982) "Grand Tango" von Piazzolla im Duo Cello-Akkordeon eindrucksvoll präsentiert war, beschloss den Abend der Satz ’La Muerte del Ángel - Tod des Engels“, Musik zu einem Bühnenstück, das vom Wirken, Tod und Auferstehung eines Engels in einer verrohten Vorstadt von Buenos Aires handelt. Sie wirkte in Form und Darbietung wie die Synthese eines älteren und neueren Musikstils, etwa des Tango- und Barockklangs, da Piazzolla hier auf die barocke Fugenform zurückgriff, die das Trio auch gelungen ausführte, wie wenn man bei Bach wäre.

Wenn das Programm den Eindruck vermittelte, man höre hier reißerische bzw. sentimentale Zugabenstücke, dann kam das wohl dem unverwüstlichen Monti-Czárdás, dem Ballettstück Säbeltanz von Chatchaturjan, einem russisch-armenischen Folklorestück, und dem klangvollen Albinoni-Adagio, einer wohl pseudo-barocken Komposition unsere Zeit, zu, in denen die Klarinette konzertierte, im Trio dann alle schwelgten und bei Albinoni z. B. einfach spielten, sei das Adagio jetzt von diesem ihm oder auch nicht. Nach viel Zwischenbeifall am Schluss noch als Zugabe Nikolai Rimski-Korsakows chromatisch lautmalendes Opernzwischenspiel "Hummelflug" (1899/1900), für Trio arrangiert.

24.03.14

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