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Viertes Abonnementskonzert in der 53. Reihe der Eberbacher Kunstfreunde


Foto:privat

(jc) (khm)Das am Freitag, 12. April 2002, um 20 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus gastierende Linos Harfenquintett gehört seit einigen Jahren zu den profiliertesten Kammermusikensembles in Stuttgart. Einige Mitglieder gewannen bereits internationale Wettbewerbe wie den ARD-Wettbewerb in München oder den Rundfunkwettbewerb in Brüssel und sind heute in leitenden Positionen großer Orchester wie dem des SWR Stuttgart und bei den Wiener Philharmonikern tätig. Die überaus reizvolle Klangkombination von Flöte, Harfe, Violine, Bratsche und Violoncello inspirierte vor allem französische und wallonische Komponisten der Romantik und Moderne zu bedeutenden Werken. Dieses Repertoire bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für die musikalische Arbeit des Linos-Harfenquintetts, das solche Kompositionen mit klassischen Werken auf interessante Weise kombiniert. Ebenso wichtig ist es aber für die Musiker, auch Werke für andere Besetzungen ins Programm zu nehmen. Sie bilden durch ihre wechselnden Konstellationen in der Klangfarbe einen reizvollen Kontrapunkt zur vollen Quintettbesetzung. .Das Linos-Harfenquintett spielt in der Besetzung: Gaby Pas - van Riet (Querflöte), Professorin für Flöte in Saarbrücken, Xavier de Maistre (Harfe), Soloharfenist bei den Wiener Sinfonikern, Annette Schäfer (Violine), Mitglied der Camerata Academica des Mozarteums Salzburg, Gunter Teuffel (Bratsche), Solobratschist im SWR Sinfonieorchester Stuttgart, Jan Pas (Violoncello), Solocellist beim Orchester des Stuttgarter Staatstheaters. Den Namen Linos-Ensemble wählte das Quintett nach Linos, dem kunstfertigen Musiker der griechischen Mythologie, der in der Antike als Komponist und Kitharöde (Leierspieler) schlechthin galt.
Im Programm zunächst G. F. Händels Harfenkonzert, B-Dur (Op 4/6 HWV 294), 1735-36 komponiert, war nach barocker Praxis als Harfen- und auch als Orgelwerk realisiert. Wie andere Konzerte war auch dieses Werk mit seinem festlichen Klang und seiner „schnittigen Eleganz“ kein kirchenmusikalisches Werk, sondern als Zwischenspiel bei Oratorienaufführungen gedacht. Das klanglich sehr delikate Konzert ist ein Beispiel der bezwingenden melodischen Erfindungsgabe Händels. Es beginnt beschwingt als Andante Allegro, hat einen tonschönen Mittelsatz und endet mit einem lebhaften menuettartigen Finale.
Im Zusammenhang mit dem Auftrag von Flötenkompositionen für einen holländischen Musikliebhaber, von denen im Konzert das Quartett D-Dur KV 285 für Flöte und Streichtrio von 1778 gespielt wird, sagt Mozart: Zu allen Zeiten ist man auch nicht aufgelegt zum Arbeiten. Hinschmieren könnte ich freylich den ganzen Tag fort; aber so eine Sach kommt in die Welt hinaus, und da will ich halt, daß ich mich nicht schämen darf, wenn mein Name darauf steht. Dann bin ich auch, wie Sie wissen, gleich stuff, wenn ich immer für ein Instrument (das ich nicht leiden kann) schreiben soll“. Die (Quer)flöte war zwar nicht Mozarts bevorzugtes Instrument. Seinen Flötenwerken mangelt es allerdings nicht an kompositorischer Qualität. Das D-Dur-Quartett , in dem zwei flotte Sätze ein melancholisches Flötenständchen rahmen, ist souverän gearbeitet, zeigt „serenadenhafte Liebenswürdigkeit und eingängiger Spielfreude“. Die Flöte ist virtuos herausgestellt, aber es bleibt doch bei der kammermusikalischen ausgewogenem Musizieren.
Claude Debussy hat man einen musikalischen Impressionisten genannt, was zunächst kein Lob sein sollte, wie eine Kritik zu den zwei „Danses pour harpe chromatique“ zeigt: „Sein [sc. Debussys] musikalisches Gewebe hat sozusagen keinen Baugedanken; es ist unbestimmt, verschwommen, beunruhigend, fast kränklich“. Daß es außer der rhythmisch strukturierten Musik wie der Beethovens, dessen zweite Sinfonie bei der Uraufführung der Tänze 1904 auch gespielt worden war, auch andere Musiksprachen geben könne, war damals nicht leicht zu vermitteln. Debussy hatte besagte „Zwei Tänze“ als Gelegenheitswerk komponiert für einen damals propagierten, pedallosen, chromatisch wie ein Klavier gestimmten Harfentyp, welcher mit der schon bewährten Doppelpedalharfe konkurrieren sollte, bei der man durch eine Pedalmechanik die Töne erhöhen und erniedrigen konnte. Debussys Werk wird heute mit der Pedalharfe gespielt, die sich als die bessere Variante erwies. Seine so aparte Komposition erfuhr damals, unabhängig vom für untauglich gehaltenen Soloinstrument, eine heute kaum noch verständliche Ablehnung. Nur ein Rezensent hörte eine „reine Schönheit - pure beauté“ bei den Tänzen. Die neunminütige Komposition hat zwei Sätze: Danse sacrée und Danse profane - Sakraler Tanz und Weltlicher Tanz“. Der erste Tanz läßt exotische Klänge hören und wirkt durch sein majestätisches Choralthema. Die Danse profane, unmittelbar sich anschließend, ist der Struktur nach ein Rondo mit einem beherrschenden Walzermotiv. Mit dem Urteil, „es seien schlichte Notenstücke, die angenehm konsonieren“, sind die Tänze entschieden unterbewertet.
Nach der Pause ein Werk des belgischen Komponisten Joseph Jongen (1873-1953), der, Pianist, Organist, Professor, vor allem als Komponist sich einen Namen machte. In seinem Schaffen war er von Brahms, seinem Landsmann César Franck, Debussy, Ravel und Richard Strauss beeinflußt, verstand es aber, „sich eine eigene, lebendige, geschmeidige, vor allem menschliche (Musik)sprache zu schaffen“. Zu Jongens bekanntesten und schönsten Werken gehört das dreisätzige „Concert à cinq“ (Konzert zu fünft) für Flöte, Harfe und Streichtrio op. 71 von 1923. Der Name besagt schon , daß es sich nicht um ein Quartett handelt, das eine eine solistisch agierende Harfe begleitet, sondern um ein kammermusikalisches Werk, in dem alle fünf Instrumente gleichberechtigt miteinander konzertieren, der Flöte und Harfe eine gewisse Vorrangstellung zukommt. Im Werk ist eine dem Hörer angenehme, ausgewogene Mischung von Polyphonie (kunstvoller fugen- und kanonhafter Verarbeitung) und gleichzeitiger Melodik zu hören: „polypho- nie sans sécheresse - Polyphonie ohne Trockenheit“. Umwälzende Neuerungen fehlen. Kenn- zeichen bei Jongen ist verfeinerte Harmonik. In dem dreisätzigen Werk folgen auf einen sehr kunstfertig gearbeiteten langen Kopfsatz eine wehmütige Elegie und ein gutgelauntes Finale, voll sprühender Leichtigkeit.
Jean Françaix (1912-97) wuchs in einem musikalischen Hause in Le Mans auf, erhielt Unterricht bei der berühmten Musikpädagogin Nadia Boulanger (1887-1979) wie zahlreiche namhafte Komponisten der Neuzeit. In seiner kompositorischen Arbeit hielt er sich von den Richtungskämpfen in der avant- gardistischen Musik zurück. Seine Musik „bewahrte sich einen eigenen, klassisch geschulten Tonfall, geschult an den Clavecinisten [Cembalisten] des achtzehnten Jahrhunderts bis hin zu Ravel und Satie“. So vermied er klangliche Härte, die manchen Hörer der modernen Klangwelt entfremdet. Dissonanzen sind bei ihm eher gefällig gesetzt. Sie sollen die Musik farbiger machen und „wiirzen“. Françaix, der selbst virtuoser Pianist war, Kammer-, Orchestermusik; Opern und Ballette, dazu Filmmusiken schrieb, schätzte elegante Leichtigkeit, spielerische Unterhaltsamkeit in der Musik, also rasche, flüssige Tempi, schwungvoll tänzerische Rhythmen. So klingt seine Musik trotz unübersehbarer Strenge in der Faktur heiter, schwerelos, schwebend, klar und phantasievoll. Es ist „musique sérieuse sans gravité - ernste, aber nicht schwer(fällig)e Musik“. Das viersätzige Quintette pour Flûte (Flöte), Violon, Alto (Bratsche), Violoncelle et Harpe Nr. 1 in vier kurz(weilig)en Sätzen, ein Jugendwerk von 1934, entspricht seiner Vor- stellung von Musik, die unendlich vielfältig sein müsse: „bald heiter, bald ernst, aber nie langweilig“.
Karten für Nichtabonnenten (9,50 und 3 Euro) sind an der Abendkasse erhältlich.



03.04.02

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