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Goldmund Quartett spielte Werke von Mozart, Schubert und Beethoven


(Foto: Hubert Richter)

(hr) (khm) Im letzten Konzert der 68. Kammermusikreihe 2016/17 der Eberbacher Kunstfreunde waren am Freitagabend im katholischen Pfarrheim zu hören: Mozarts Quartett KV 387 (1782), das erste seiner sechs Haydn-Quartette, der “Krönung von Mozarts Quartettschaffens”, ferner ein Werk des 16-jährigen Schubert D 87 / 0p. 125/1 (1813) und Beethovens Spätwerk Op. 132 (1825). Es musizierte im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal das junge Münchner Goldmund Quartett mit Florian Schötz und Pinchas Adt (Violinen), Christoph Vandory (Viola) und Raphael Paratore (Violoncello).

Das G-Dur-Quartett Mozarts ist zu Recht gerühmt als “eines der schönsten und vielleicht stilistisch am sorgfältigsten gearbeiteten Quartette”, für das ein Ensemble wie das Goldmund-Quartett all sein musikalisches und virtuoses Können einsetzen konnte, etwa beim munteren Kopfsatz und auch dem ausgedehnten Menuett in den dynamischen Gegensätzen, dem kanonartigen, polyphonen Spiel aller Instrumente oder dem Wechsel von Melodischem mit virtuosen Läufen, welche die Violinen sich einander zuwerfen Das Andante cantabile machte seinem Beiwort “sanglich” alle Ehre. Es zeigte sich als eines der klangvollsten langsamen Mozartsätze und war ein Glücksfall für den Primarius, der die elegant schönen melodischen Eingebungen Mozarts in konzertanter Weise, sekundiert von kunstvoller Triobegleitung auszuführen wusste. Das Finale, als sehr munter angewiesen, war für die Musiker sicher ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Unternehmen. Was fugenartig begann mit dem gleichberechtigten Spielen des gleichen Themas - hier eines von Mozart oft verwendeten - ging in plötzlichem Wechsel über in virtuos schnelle Achtelläufe der Violinen, darauf sogar eine Doppelfuge, der ein “fideles Liedchen” folgte, also eine Publikum wie Ausführenden gefällige “shakespearische” Mischung von Seriösem und Unterhaltsamem.

Dass Schuberts Jugendwerk sich neben dem Mozart-Quartett behaupten konnte, war natürlich dem schubertschen Melodienreichtum und dessen beachtlicher quartettmäßiger Verarbeitung zu verdanken, hinter der auch die leitende Hand des bedeutenden Antonio Salieri vermutet werden darf. Aber gerade die lebhafte Art der Darbietung durch das Quartett machte das 22-minütige Werk an gegebener Stelle sehr attraktiv. Der als Allegro moderato (munter maßvoll) angewiesene Kopfsatz erhielt so viel Schwung und das an zweiter statt an dritter Stelle stehende Scherzo Prestissimo - sei es von Schubert oder einem Verleger dahin versetzt - stand einem von Beethoven nicht nach. Das Quartett schwelgte verständlicherweise in dem hirtenmusikartigen langsamen Satz und dem flotten Finale.

Zum Konzertschluss das 40-minütige A-moll-Quartett Beethovens. Seiner Bedeutung entsprechend boten es die Musiker so dar, wie nur versierte, technisch souveräne, aufeinander eingespielte Musiker es leisten können. Dass man dabei den zweiten eher noch konventionellen Satz, ein Scherzo mit seinem musetteartigen Trio samt motorischen Teilen, behaglich und auch tänzerisch vorführte, dürfte die Akzeptanz des Werkes nur verstärkt haben. Große Erwartung war dem wohl berühmtesten langsamen Satz der gesamten Streichquartettliteratur zuzuwenden, dem fünfteiligen „Molto Adagio - Andante”, Canzona di ringraziamento ... da un guarito (Dankgesang ... eines Genesenen), in dem sich zurückhaltend auch die persönliche Betroffenheit des Komponisten ausdrückt. Spannungsvoll waren hier die Aufeinanderfolge von ernster, getragener Choralmelodie (dreimal vorkommend) und beschwingter, virtuos und effektvoll klingender, kunstvoll gesetzter Tanzweise (zweimal) vorgeführt, bei denen Beethoven den Geiger in höchste und hier souverän gemeisterte Tonlagen führte, getreu seiner Vorstellung, dass er sich um den begrenzten Tonumfang einer „elenden Geige“ nicht scheren könne. Der sonore, ergreifende andere Wohlklang der vierstimmigen, polyphon gearbeiteten Choralteile war beeindruckend und berührend schon durch die Vorstellung, dass der 1825 von fast völliger Ertaubung bedrohte Beethoven ihn sich zwar noch vorstellen, wahrscheinlich realiter aber nie so hat hören können. Ebenfalls bewundert werden konnten die Eckteile des Quartetts 1. und 4. - 5. Satz), durch originelle Formgebung und virtuose spieltechnische Ansprüche gekennzeichnet, welche die wohl eingeübten Instrumentalisten souverän bewältigten. Im Schlussabschnitt mit übermütig zackigem Marsch und melancholisch dahin fließendem Allegro appassionato hatte Beethoven noch eine Überraschung zur Hand: eine Art Rezitativ wie zwischen zwei Arien, welches das Quartett Csardás-artig vortrug.

Nach dem virtuos gespielten Stretta-Abschluss im Finale und folgendem lang dauerndem, begeistertem Beifall noch eine Zugabe? Das Quartett spielt mit vorausgehender Erläuterung noch das Adagio, ein bezauberndes Violinsolo mit Begleitung, aus dem wohl ersten Quartett des Gattungsbegründers Haydn. Sollte es 1757 komponiert sein, wäre es gerade 260 Jahre alt gewesen.

01.05.17

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