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Glaube braucht Gemeinschaft


Plakate in der ganzen Region laden zum Besuch ein. (Foto: privat)

(bro) (as) Laut Mitgliedschaftsstudie der evangelischen Kirche in Deutschland geben 35 Prozent der evangelischen Kirchenmitglieder an, mindestens einmal im Monat an einem Gottesdienst teilzunehmen, 20 Prozent mehrmals im Jahr und 45 Prozent selten oder nie. „Ich kann auch ohne Kirche glauben“ ist ihre Begründung. Auch viele der vorwiegend ländlichen Gemeinden im Kirchenbezirk Neckargemünd/Eberbach wünschen sich eine höhere Beteiligung am Gottesdienst und am Leben der Gemeinde. Zu den 29 Kirchengemeinden des Kirchenbezirkes gehören derzeit an die 31.500 Gemeindemitglieder. Zum ersten Mal findet jetzt am 24. September ein Kirchentag im Kirchenbezirk Neckargemünd/Eberbach statt. Anlass ist das Jubiläumsjahr der Reformation: „500 Jahre Reformation, ein Segen für die Region“. Mehr als 600 Besuchende aller Generationen aus den Gemeinden werden erwartet. Die Veranstaltung unter dem Motto „segensreich“ mit Gottesdienst, Gesprächsforen, Musik und Angeboten für Kinder und Jugendliche soll unter anderem das Gemeinschaftsgefühl der Christen in der Region stärken.

„Glaube braucht Gemeinschaft, um lebendig und offen zu bleiben,“ so Dekan Ekkehard Leytz aus Eberbach im Blick auf die bisher einzigartige Veranstaltung im Kirchenbezirk. „Viele Menschen haben Probleme mit der Institution Kirche. Die Kirche ist aber kein Selbstzweck, sondern will den Glauben feiern und weitergeben - zum Beispiel in Gottesdiensten, Gemeindegruppen oder im Religionsunterricht. Kirche ermöglicht durch die Arbeit der Diakonie nachhaltige Hilfe, die über den persönlichen Einsatz eines Einzelnen hinausgehen. Wer Kirchensteuer zahlt, hilft mit, dass solche Angebote und Hilfen bestehen bleiben und neue Projekte in Gang kommen.“ Glaube sei keine Privatsache, so der evangelische Theologe. „Das Vaterunser für mich alleine zu beten, tut mir gut. Wenn ich es aber mit anderen gemeinsam im Gottesdienst bete, fühle ich mich aufgehoben in der Gemeinschaft derer, die auch glauben.“ Für den Besuch der sonntäglichen Gottesdienste spräche, dass man gemeinsam singt und den Glauben fröhlich miteinander lebt. Anschließend sei oft die Gelegenheit beim Kirchenkaffee miteinander ins Gespräch zu kommen, Sorgen und Freuden der Geschwister im Glauben zu teilen und auch selbst offene Ohren für persönliche Probleme, Fragen und Erfahrungen zu finden. Leytz geht davon aus, dass erfahrungsgemäß mit einem Gottesdienst nicht immer alle Generationen gleichzeitig angesprochen werden können. Es sollten verschiedene Gottesdienstformate angeboten werden. Die Gemeinden ermutige er, „Menschen stärker zu zeigen, dass Raum ist, sich mit seinen eigenen Begabungen und Vorstellungen einzubringen“. Im Blick auf die Zukunft der Kirche hofft Leytz, dass die Kirchenmitglieder sich nicht auf ihren individuellen Glauben zurückziehen, sondern sich auch öffentlich dazu bekennen. Die Institution Kirche müsse sich auch weiterhin in die öffentlichen Diskussionen zu gesellschaftspolitischen Themen einbringen. Denn die Kirche kämpfe nicht für ihren Selbsterhalt, sondern für eine gerechte, friedfertige und tolerante Gesellschaft, so der Theologe.

Infos im Internet:
www.segensreich-eberbach.de


07.09.17

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