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Die berühmte Büste der Clytia


(Foto: privat)

(bro) (rsp) Der Museumsverein Eberbach lädt am Samstag, 3. Februar, um 17 Uhr zu einem Vortrag mit musikalischer Umrahmung in der Ausstellung "Eberbacher Kaisersaal" ein. Die Veranstaltung findet im alten Ratssaal im Museum der Stadt Eberbach am Alten Markt statt.

Prof. Dr. Stephan Lehmann, Archäologisches Institut der Martin-Luther-Universität Halle/Saale, spricht über die berühmte Marmorbüste der sog. Klytia in London: "Antikes Bildnis einer römischen Kaiserin oder Bildnis einer Heroine des 18. Jahrhunderts?"

In der zur Zeit laufenden Sonderausstellung, dem "Eberbacher Kaisersaal", im Museum sind vor allem die Porträts der regierenden römischen Kaiser zu sehen. Die Kaiserinnen wurden durchaus auch auf Münzen oder in Büsten und Statuen dargestellt, aber erheblich seltener. Umso mehr hat die am Altertums Interessierten ein ganz leicht überlebensgroßes Frauenporträt, das weiblichen Angehörigen des augusteischen Kaiserhauses ähnelt, durch seine Schönheit und seine besondere Form - die Büste wächst aus einem Blütenkelch hervor - fasziniert.

Aus einer Adelssammlung in Neapel erwarb 1772 Charles Townley, einer der Mitbegründer des Britischen Museums, die Büste, in die er so verliebt war, dass er sie bei einem Aufruhr in London angeblich als einziges Stück seiner Sammlung persönlich aus seinem Haus in Sicherheit brachte.

Der sonnenblumenartige Blütenkelch hatte schon gleich nach dem Auftauchen der Büste im 18. Jahrhunderts zu der Benennung als Clytia geführt, in der Mythologie einer Geliebten des Sonnengottes Phoebus Apollo, die dieser - laut Ovids Metamorphosen - schließlich in eine Blume verwandelt wurde, die sich immer nach der geliebten Sonne orientiert, die Sonnenwende (Heliotropium). Damals verwechselte man sie aber mit der Sonnenblume.

Wenn Besucher Goethes Wohnhaus am Frauenplan in Weimar betreten, sehen sie sogleich die Gipsbüste der Klytia, "das allerliebste Köpfchen", wie Goethe sie 1793 nannte. Das heute im Britischen Museum in London aufbewahre Marmorbildnis der jungen Frau gehört seit dieser Zeit zu den berühmten Kunstwerken, und unzählige Abgüsse bevölkerten im 19. Jahrhundert Schlösser und Gärten sowie die Wohnzimmer des Bildungsbürgertums.

Der Forschung bereitet sie bis heute allerdings Probleme, was sowohl die Benennungen als auch die Entstehungszeit betrifft. Seit längerer Zeit gibt es zudem die Meinung, dass die Marmorbüste ein Werk des ausgehenden 18. Jahrhunderts sei. Das qualitätvolle Frauenbildnis nimmt also bis in unsere Tage die Forschung gefangen.

Mit Klaviermusik des früheren 19. Jahrhundert, passend zur Phase der größten Beliebtheit der Klytia, umrahmt Luisa Mudra, Eberbach, den Vortrag.

Die Veranstaltung wird zugleich die Gelegenheit bieten, noch einige Änderungen in der Ausstellung vorzustellen, vor allem eine Auswahl originaler Kaiserporträts im Münzbild. Mit Hilfe der inschriftlichen Benennung und Datierung der Porträts auf den römischen Münzen konnte man schon seit dem Mittelalter auch in großformatigen Porträts dargestellte Kaiser identifizieren. Einige Kupferstiche des 17. Jahrhunderts zeigen die Nutzbarmachung römischer Kaiserporträts in der politischen Repräsentation der damaligen Zeit und damals berühmte antike Porträts in Rom, teilweise nach Zeichnungen des in der Archäologie bestens bewanderten Malers Peter Paul Rubens.

Das Museum ist ab 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

29.01.18

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