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Dr. Ulrich Spiegelberg - viel mehr als nur Ersatz


(Foto: privat)

(bro) (hqu) Das Programm zum Karmelabend am 24. März im Kapitelsaal des ehemaligen Karmeliterklosters Hirschhorn musste wegen Erkrankung der zunächst angekündigten Interpretin kurzfristig umbesetzt und geändert werden. So wurde es von Dr. Ulrich Spiegelberg, dem zweiten Vorsitzenden des Fördervereins, gestaltet.

Sein Hauptberuf ist die Tätigkeit als Kinderarzt, aber eine seiner vielen weiteren Berufungen - neben der historischen Erforschung der Stadt Hirschhorn - ist die Kunstmusik auf Tasteninstrumenten, die er mit Hingabe, hoher Musikalität und Hintergrundwissen auf professionellem Niveau interpretiert.

Er war es, der im vergangenen Jahr den Förderverein Klosterkirche zur Anschaffung des historischen Bechstein-Flügels und zur Einführung der Konzertreihe „Karmel-Abend“ im Kapitelsaal des Hirschhorner Klosters, stets am letzten Samstag in den kühleren Monaten überzeugt und diese Reihe zusammen mit Hartmut Quiring am Nikolausabend 2017 eröffnet hatte.

Nach der Eröffnung mit zwei liebevoll interpretierten Suiten aus der Barockzeit in voller Länge (Frobergers Partie in B-Dur FbWV 655 mit dem Beinamen „der Naseweise Orgelprobierer“ sowie Fischers Suite Nr. 5 „Erato“ aus dem Musikalischen Parnassus) folgten als Filetstückchen Kompositionen zweier deutscher Karmelitenpatres aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Zunächst wechselte der Künstler an das Spinett, um die „noch sehr in der Renaissance verhafteten“, größtenteils polyphonen Kompositionen von P. Spiridionis a Monte Carmelo (1615-1685) authentisch darzubieten.

Maria, Elias und Elisa sind Heilige und Vorbilder für den Karmeliten-Orden, die besonders verehrt werden. Nach einer Suite unterbricht Spiegelberg sein Spiel am Spinett und weist auf die Darstellungen der drei Heiligen an den Wandgemälden des Saales fachlich erläuternd hin, um dann den Bogen zu den drei Kanzonen zu Ehren der drei Heiligen zu spannen, die er direkt im Anschluss darbietet. Zur Kanzone „La Cyrillina“ fügt er ergänzend hinzu, dass aufgrund der Entstehungsgeschichte dieses Ordens am Berg Karmel auch Heilige der Ostkirche in dessen Tradition Eingang fanden.

Die 1711 vom Bach-Zeitgenossen und Karmeliterpater Justinus a Desponsatione komponierten Instrumentalarien und Variationen dagegen wurden wieder am Flügel interpretiert. Im Zusammenklang dieser anmutigen Stücke mit der besonderen Atmosphäre des Kapitelsaals mit seinen alten Fresken ergaben sich schöne kontemplative Momente.

Nach einer Konzertpause mit Imbiss zeigte Ulrich Spiegelberg anhand zwei vollständig aufgeführter Klaviersonaten von Mozart (B-Dur, KV 333) und Beethoven (G-Dur, op. 14 Nr. 2), dass er die - durchaus ganz anders geartete - Stilistik der Wiener Klassik ebenfalls zu interpretieren beherrscht. Seine Virtuosität und Fingerfertigkeit in den Kopfsätzen wechselte sich mit Feingefühl für Agogik in den langsamen Mittelsätzen ab.

Das vom Komponisten vorgeschriebene plötzliche Fortissimo im Schlussakkord (ein Effekt, den Beethoven sich vielleicht von Haydns Sinfonie mit dem Paukenschlag abgeschaut hatte) des Andante in Beethovens Sonate provozierte aus dem Publikum einen spontanen Applaus zwischen den Sätzen. Doch auch die unerwartete Schlusswendung des Finalsatzes interpretierte Spiegelberg ähnlich humoresk, wie sie wohl gedacht war, und das bereits in Dialog getretene Publikum amüsierte sich sichtlich über die vom Interpreten lächelnd vorgetragene Abschlussfigur der Beethoven-Sonate. „Nicht vorenthalten“ wollte Spiegelberg zum Abschluss die von Mozart für Klavier solo transkribierten „Sechs Variationen über ein Thema aus dem Klarinettenquintett“ KV 581 - ein liebenswerter Abschluss eines ansprechenden Programmes.

Nach reichlichem Applaus und den Schlussworten des Vereinsvorsitzenden Roland Ziegler, der Spiegelberg als „unsere Geheimwaffe“ bezeichnete, spendete der anwesende Karmeliterpater Linto allen Konzertbesuchern den Segen. Als Zugabe erklang aus Haydns „Die Sieben Worte Jesu am Kreuz“ die getragene, fast choralartige Melodie zum Text „In deine Hände lege ich meinen Geist“. Zuvor hatte sich der Interpret aber gewünscht, dass zur Zugabe in diesem Fall nicht geklatscht werden sollte. Und so konnte jeder noch die Stimmung des getragenen Schlussstücks mit aus dem Konzert nehmen.

Der nächste Karmelabend findet am Samstag , 28. April, um 19 Uhr statt, mit einer kleinen Schubertiade - gestaltet von Adelheid Lechler (Klavier) und Christoph Habicht (Cello).

27.03.18

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