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“Ein Volk von Nörglern geworden“


Impressionen vom Neujahrsempfang. (Fotos: Hofherr)

(hof) Mit dem Einzug der Sternsinger und deren Segen „Christus schütze dieses Haus“ begann auch in diesem Jahr der Neujahrsempfang der Gemeinde Waldbrunn am Dreikönigstag.

Hierzu konnte Bürgermeister Markus Haas Ehrenbürger Gerd Mosca mit Ehefrau Inge, Landrat Dr. Achim Brötel, die Bürgermeister-Kollegen René Friedrich (Binau) und Dr. Norbert Rippberger sowie zahlreiche Kreis-, Gemeinde- und Ortschaftsräte, Vertreter der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens willkommen heißen. Ein besonderer Gruß galt dabei Architekt Bernhard Bangert, der als Neuerung zu den Vorjahren, die Planungen zum Waldbrunner Kinder-Campus einer breiten Öffentlichkeit vorstellen sollte. Hierfür habe man das Programm dahingehend geändert, dass die Blutspender im Rahmen einer Gemeinderatssitzung gewürdigt werden sollen. Bangert hatte mehrere Stellwände mit seinen Plänen bestückt, die nach dem offiziellen Programm mit Neujahrsansprache und Sportlerehrungen (wir berichteten), rege in Augenschein genommen wurden.

Doch zunächst nutzte Bürgermeister Markus Haas seine Neujahrsansprache für einen kurzen Rückblick. Dabei hob er zunächst hervor, dass Freud und Leid doch oft nahe beieinander liegen. Kaum habe man Weihnachten und den Jahreswechsel mit Freude hinter sich gebracht, sei man wenige Tage später von einem schweren, leidvollen Busunglück eingeholt worden. Der Unfall passierte zwar in Eberbach, da es jedoch der Schulbus aus Waldbrunn war, wurden viele Kinder und Jugendliche vom Winterhauch verletzt. Die hervorragende Arbeit der Rettungskräfte habe möglicherweise Schlimmeres verhindert, lobte Haas die bestens kooperierenden Einsatzkräfte der unterschiedlichen Blaulicht-Organisationen. Glück im Unglück sei dann auch das bürgerschaftliche Engagement gewesen, das aus dem Unfall resultierte. So habe es nicht nur ein Benefizkonzert für den am schwersten verletzten Jugendlichen aus Buchen gegeben, auch auf dem Winterhauch habe man sich um die Verunglückten und deren Angehörigen gekümmert und einen gemeinsamen Ausflug organisiert. Diese große Anteilnahme habe sicherlich vielen geholfen, zeigte sich das Gemeindeoberhaupt überzeugt, wieder zur Normalität zu finden.

Weiter blickte Haas auf den Ausbau der K 3926 zwischen Oberdielbach und Waldkatzenbach, der seit Jahrzehnten in Waldbrunn diskutiert worden sei. Dank der hervorragenden Kooperation mit dem Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises sei es sogar gelungen, parallel zur Kreisstraße einen Fahrradweg anzulegen (wir berichteten), der inzwischen sehr häufig genutzt werde. Bemerkenswert sei dabei, dass die Gemeinde lediglich ein Viertel der Kosten habe tragen müssen.
Als weitere Maßnahme deren Realisierung man im vergangenen Jahr nährgekommen sei, nannte Bürgermeister Haas die Sanierung der Talstraße im Ortsteil Schollbrunn. Nach dem Starkregenereignis Ende Mai 2016 habe sich die Planung in die Länge gezogen, weshalb sich die ursprünglich geschätzten Kosten um eine Million Euro auf nun über fünf Millionen Euro erhöht hätten. Inzwischen sei die Finanzierung gesichert, so Haas, weshalb Ende 2018 die Anwohner informiert wurden. Die Bauzeit wird sich über die Jahre 2019/20 erstrecken und für massive Beeinträchtigungen sorgen, wofür Haas bereits jetzt um Verständnis war. Die Gesamtkosten werden laut Bürgermeister mit 60 Prozent gefördert, sodass die Gemeinde zwei Millionen Euro aus eigenen Mitteln beisteuern müsse. Daneben werde man im Jahr 2019 das in die Jahre gekommene Rathaus sanieren, weshalb die Verwaltung übergangsweise in das ehemalige Gasthaus Zur Linde nach Schollbrunn umziehen werde.

Neben weiteren, kleineren Investitionsmaßnahmen, die man im letzten Jahr gestemmt habe, nannte Haas insbesondere die „Zielorientierte Wanderwegmarkierung“ (wir berichteten), die für den Tourismus von elementarer Bedeutung sei. Auf den neuen, einheitlichen Wegweisern finden Wanderer nun Ziel- und Entfernungsangaben zu Sehenswürdigkeiten, aber auch gastronomischen Betrieben. Außerdem erhalte jede Tafel entsprechende Daten, sodass sie als Rettungspunkt genutzt werden können. Damit habe man einmal mehr einen besonderen Markstein gesetzt, freute sich Markus Haas, und damit dem eigenen Anspruch als Urlaubsregion entsprochen.

Am Ende des Rückblicks lobte Haas aber auch ehrenamtlich getragene Projekte, die ebenfalls zur Zukunftssicherung der Gemeinde Waldbrunn beitragen. Als Beispiel nannte er den LEADER-geförderten öffentlichen Bike-Park in Waldkatzenbach sowie die Sanierung von Friedhofswegen durch die Ortschaftsräte in Strümpfelbrunn und Waldkatzenbach. Diese Tatkraft sei es, die das Gemeinwesen gemeinsam mit den Vereinen lebendig halte, schloss Haas das Jahr 2018.

Im Jahr 2019 seien die Kommunalwahlen im Mai sicherlich ein Höhepunkt für die Gemeinde. Die Vorbereitungen laufen bereits, denn die Parteien und Wählervereinigungen seien auf Kandidatensuche. Es zeige sich jedoch, dass es immer schwieriger werde, die entsprechenden Listen zu füllen. Dabei könne man gerade als Gemeinderat auf kommunaler Ebene wirkungsvoll politisch arbeiten. Für ihn sei daher das Engagement als Gemeinde- oder Ortschaftsrat die Königsdisziplin des Ehrenamts, weshalb er alle Anwesenden dazu aufrief, sich zur Wahl zu stellen.

Neben den Wahlen wird es der Kinder-Campus sein, der die Winterhauchgemeinde im kommenden Jahr beschäftigen wird. Nachdem man mehrere Gemeinderatssitzungen durchgeführt sowie eine Machbarkeitsstudie vorgelegt habe, seien durch das Büro Enders Weiss Bangert im Dezember konkrete Pläne (wir berichteten) vorgelegt worden, die man in einem Planungsausschuss bestehend aus Gemeinderäten, Verwaltungsmitarbeitern, Erzieherinnen, Schulleitung und Lehrern sowie Architekt Bernhard Bangert erarbeitet habe. Dabei habe sich gezeigt, dass die knapp 50 Jahre alte Schule massiv sanierungsbedürftig ist, sodass sich allein die Kosten hierfür auf 2,5 Mio. Euro belaufen. Für die Einrichtung des Kindergartens auf dem Gelände der Winterhauch-Schule seien weitere 3,5 Mio. Euro erforderlich, stellte Haas die aktuelle Situation vor. Dafür erhalte man einen zentralen, zukunftsweisenden Standort für die Kinderbetreuung. Der gesellschaftliche Wandel mache es erforderlich, dass man schnellstens ein Ganztagesangebot anstrebe, das von Eltern immer häufiger nachgefragt werden. Damit auch die Bürger mitgenommen werden und sehen, wohin das viele Geld fließe, sei Architekt Bernhard Bangert zum Neujahrsempfang gekommen und präsentiere dort nach dem offiziellen Empfang die aktuellen Planungen.

Mit einem Dank an alle, die im vergangenen Jahr zur positiven Entwicklung der Gemeinde beigetragen haben, schloss Bürgermeister Markus Haas seine Neujahrsansprache.
Nach einem weiteren Musikstück des Bläserquintetts Hoher Odenwald übernahm Landrat Dr. Achim Brötel als einziger Redner in diesem Jahr die Aufgabe, ein Grußwort zu sprechen.
Darin hob her zunächst die positive Entwicklung des Neckar-Odenwald-Kreises hervor. Diese zeige sich zum einen, dass es inzwischen 47.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Kreisgebiet gibt. Das sei die höchste Zahl, die man jemals gezählt habe. Bei der Betrachtung der Arbeitslosenquote könne man sogar von Vollbeschäftigung ausgehen. Diese positiven Zeichen bestätigen sich auch an der Geburtenrate. Habe man doch im vergangenen Jahr die höchste Geburtenrate in Baden-Württemberg vorweisen können. Und Kinder bekommen die Menschen nur, wenn es ihnen gut gehe, wusste Brötel. Dass es auch den Menschen in Waldbrunn gut gehe, hätte die Ansprache von Bürgermeister Markus Haas aufgezeigt.

Trotzdem, so Brötel, „sind wir ein Volk von Nörglern geworden.“ Wo man hinhöre, seien die Menschen nur noch unzufrieden. „Unzufrieden mit der Bundesregierung, unzufrieden mit der Landesregierung, unzufrieden mit der Politik allgemein, unzufrieden mit dem Job, unzufrieden mit dem Gehalt oder der Rente, unzufrieden mit der deutschen Nationalmannschaft, unzufrieden mit dem Wetter, unzufrieden mit sich selbst, unzufrieden mit der eigenen Unzufriedenheit, mit der Gesamtsituation und dem Rest der Welt.“
Es habe den Anschein, so Brötel weiter, als sei es geradezu in, unzufrieden zu sein. Aber er warne vor allzu viel Unzufriedenheit, denn „wer unzufrieden ist, der wird auch unter Garantie nie einen bequemen Stuhl finden.“
Daher wünschte sich Landrat Dr. Achim Brötel abschließend für das Jahr 2019 in erster Linie wieder deutlich mehr Optimismus und Gottvertrauen.

Mit dem Badner Lied endete der vom Bläserquintett musikalisch umrahmte offizielle Teil des Neujahrsempfang und Bürgermeister Haas lud alle Anwesenden dazu ein, gemeinsam auf das neue Jahr anzustoßen und die Pläne von Architekt Bernhard Bangert anzuschauen.

29.01.19

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