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Standing Ovations für Asaedas Ensemble - Sister-Act der besonderen Art


(Fotos: privat)

(bro) (as) Nobuhiko Asaeda spielte am vergangenen Mittwochabend mit seinem Ensemble Bach und Beethoven. Die Kirchenbänke der Klosterkirche in Hirschhorn reichten bei weitem nicht aus, um den Ansturm aufzunehmen, und Roland Ziegler und seine Mitstreiter aus dem Förderverein Klosterkirche mussten noch etliche Stühle herbeigeschaffen.

Unter den Zuhörern waren viele „Stammgäste“, die sich die Ausklang-Konzerte mittwochs nicht mehr entgehen lassen wollten. Diesmal hatte sich auch Landrat Christian Engelhardt mit Gattin eingefunden, um dieses außergewöhnliche Konzert in diesem Ambiente zu genießen. Nach Stefan Pahl, der zur Einstimmung einige Gedanken u. a. von André Heller las, nahm Christian Engelhardt die Gelegenheit zu einem kurzen Grußwort wahr. Allein der Neckar sorgte für eine kurze Verzögerung. Drohendes Hochwasser machte es erforderlich, dass die Gäste, die an der Stadtmauer geparkt hatten, ihr Auto noch schnell umsetzten. Ausnahmsweise begann das Konzert daher erst gegen 21 Uhr.

Nobuhiko Asaeda hatte ein außergewöhnliches und außergewöhnlich anspruchsvolles Programm zusammengestellt: Spätwerke von Bach und Beethoven. Das Ensemble begann mit sechs Canons aus der „Kunst der Fuge“ und schloss Triosonaten aus dem „Musikalisches Opfer“ an. Mal getragen und ruhig, mal lebhaft und fast heiter. Alle Sätze beruhen auf einem einzigen Thema des preußischen Königs Friedrich II, an dessen Hof Bach einst spielte. Friedrich II war passionierter Flötist und gab dem Komponisten einst ein Thema vor, das die Grundlage für diese Kompositionen bilden sollte, wie Asaeda erläuterte. Mit seiner Violine hatte er das Thema aus den Kompositionen gelöst und ließ die das Publikum akustisch an der Aufgabenstellung teilhaben, um dann mit seinem Ensemble das Ergebnis zu inszenieren. Eindrucksvoll war nicht nur die musikalische Harmonie der Komposition, sondern auch der einzelnen Instrumente. Das Thema hatte Bach spannungsreich in seine Komposition eingebunden, mal nur angedeutet, setzt es mit dem Cello erst gegen Schluss ein, mal wird es von der Oberstimme getragen. In der Triosonate mit Flöte, Violine und Violoncello wechselten vier Stücke im Tempo schnell, langsam, schnell, langsam. Mit ihrem eindringlichen und perfekt abgestimmten Spiel gelang es dem Ensemble, das Publikum mit dieser anspruchsvollen Musik geradezu zu fesseln. Es spielten neben Nobuhiko Asaeda, Takako Igarashi Violine, Paul Richardson, Viola, Johann-Thomas Schmidt, Cello, Christoph Rox, Mitglied im Orchester des Nationaltheaters Mannheim, mit Querflöte.

Der letzte Teil des Konzerts war Beethoven gewidmet: Der dritte Satz aus dem Streichquartett a-Moll OP.132 von Beethoven, außerordentlich emotional und herzergreifend gespielt. Für Asaeda hat diese Musik eine ganz besondere Bedeutung, hat sie in ihm doch die Berufung zum Violinisten geweckt. Als Kind hatte er auf dem Dachboden im Haus seiner Eltern in Tokio alte Schellack-Platten mit dieser Musik entdeckt. Die Wiedergabe, kratzig und auf einem alten Plattenspieler abgespielt, hatte mit dem heutigen Spiel wohl wenig gemein. Trotzdem - die Musik selbst hat ihre Wirkung gezeigt. Von diesem Moment an wusste Nobuhiko Asaeda, dass er sein berufliches Leben der Musik und der Violine widmen will.
Beethoven hat diese Musik in hohem Alter komponiert, schwer krank und von Sorgen um Gesundheit und Familie gequält. Dennoch gab es Lichtblicke, wie der Meister selbst in den Partituren anmerkte. Diese Lichtblicke, sozusagen musikalische Sonnenstrahlen, hat Beethoven zu Papier gebracht. Auch wenn er das Werk selbst niemals akustisch umgesetzt hören konnte – er war zu diesem Zeitpunkt bereits völlig taub – hat es eine ergreifende Intensität, die Asaeda mit seinem Ensemble perfekt transportierte.

Das Publikum dankte es mit Standing Ovations, für die sich die Künstler wiederum mit einer kleinen Zugabe erkenntlich zeigten. Es war ein Ausklang mit langem Nachhall.

Vorschau:
Bei Sister-Act der besonderen Art handelt es sich nicht um Filmmusik. Die Schwestern sind hier zwei verwandte und doch unterschiedliche Konzertinstrumente, die am 21. August das Ausklang-Konzert um 20.44 Uhr in der Klosterkirche bestreiten: die Konzertharfe, gespielt von Christina Lechner und die Konzertzither, gespielt von Reiner Schmidt.

Wie so oft unter Geschwistern zeigen auch diese beiden Instrumente äußerlich kaum Ähnlichkeit. Gemeinsam ist die Art des Spiels: Bei beiden werden die Saiten mit den Fingern gezupft, wenn auch mit unterschiedlicher Technik. Es wird ein besonderer Reiz sein, diese beiden so verwandten und doch unterschiedlichen Instrumente in einem gemeinsamen Konzert erklingen zu hören.

Reiner Schmidt hat mit seiner Konzertzither schon viele Konzerte gestaltet. Für sein Programm hat er sich besondere Werke ausgesucht: Stücke vom französischen Lautinisten Robert de Visee, typisch für das virtuos-verspielte französische Repertoire des späten 17. Jahrhunderts. Visee spielte selbst Laute am Hofe Ludwig XIV. Der nächste Komponist auf dem Programm ist Silvius Leopold Weiss. Ihm war das Lautenspiel bereits in die Wiege gelegt und so sein Weg als Lautenspieler und Komponist vorgezeichnet. 1717 ließ er sich als königlicher Kammerlautenist am Hofe August des Starken, Kurfürst von Sachsen, anstellen. Als dritter Komponist steht Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Ihm ist Leopold Weiss zweimal begegnet, und auch der Sohn von J. S: Bach hat mit Weiss konzertiert. Es ist daher naheliegend, dass an diesem Abend auch Bach erklingt, dessen Musik häufig für Zither und Viola bearbeitet wurde. An diesem Abend wird man Bach auf eigene Weise erklingen hören.

Das gilt auch für das Spiel von Christina Lechner auf der Konzertharfe. Die Lehrerin an der Musikschule Hirschhorn hat sich neben dem Repertoire von Johan Sebastian Bach ihr Programm auch mit Werken von Marcel Grandjany zusammengestellt. Marcel Grandjany begann bereits im Alter von acht Jahren (1899) Harfe zu spielen und hatte seinen ersten Soloauftritt mit siebzehn. In diesem Alter begann er auch zu komponieren und galt in einem renommierten Komponistenwettbewerb als aussichtsreicher Kandidat für den ersten Preis. Zuweilen trat er auch mit dem französischen Komponisten Ravel auf und in manchen seiner Stücke lässt sich dessen musikalischer Einfluss erkennen.

Die Musik von Harfe und Zither wird auch an diesem Abend von Lesungen begleitet. Die Schülerinnen Anna Wann und Alicia Andryzcka lesen Ausschnitte von Michael Endes Klassiker „Momo“. Es sind Texte um Zeit, die man sich im Alltag nicht nehmen lassen sollte, etwa um inne zu halten, der Stille zu lauschen, auch die leisen Töne zu hören – oder in ein Konzert zu gehen. Ein Willkommen zum Ausklang eines Tages.

Wie an jedem Ausklang-Konzert treten auch hier die Künstler und Protagonisten ohne vereinbarte Gage auf, sondern verlassen sich darauf, dass ihr Konzert vom Publikum entsprechen goutiert und honoriert wird. Der Eintritt ist wie immer frei. Spenden sind willkommen.

14.08.19

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