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Nachrichten > Kultur und Bildung

Nicht enden wollender Applaus für das erste Konzert der Kunstfreunde-Reihe


(Foto: Thomas Wörner)

(bro) (khm) Am Freitag, 27. September, fand das Kunstfreundekonzert mit dem Satyr-Streichquartett und der Sopranistin Sonja Maria Westermann in Eberbach statt.

Das die Liederzyklen rahmende Programm mit Haydns Streichquartett Op. 76/5 und Mendelssohns erstem Op. 13 fand im Eröffnungskonzert der Kammermusikreihe der Eberbacher Kunstfreunde im jungen Satyr-Quartett die kompetenten Interpreten. Maria Holzer-Graf (Philharm. Orchester Altenburg Gera) und Alexander Lesch (Gewandhausorchester Leipzig), Violinen, Sebastian Hensel (MDR-Sinfonieorchester, Viola) und Carmen Dreßler (Studentin an der Leipziger Musik-Theater-Hochschule Felix Mendelssohn Bartholdy, Cello) zeigten sich als wohl aufeinander eingespieltes Ensemble, dessen technische Bravour, musikalische Einfühlung und musikantischer Spielgestus diesen Konzertteil prägten und das auch mit Moderation auf die Werke einstimmte.

Schon im phantasievollen Kopfsatz des Haydn-Quartetts, der anmutig angespielt wurde, gab es erste Proben der Bewältigung von Haydns plötzlich auftretenden technischen Spielansprüchen in hohen Lagen und virtuos dialogischem Spiel. Auch die interessante Anlage des Satzes, der sich variierend immer mehr kompliziert und beschleunigt, gelang perfekt und erweckte Bewunderung für solche Meisterschaft. Feld für musikalische Einfühlung bot das viel bewunderte Largo. Sein sanglicher (cantabile) und melancholisch trauernder (mesto) Charakter bis hin zu den an Bruckners Streichquintett-Adagio hinreichenden Klangwirkungen, die man eher die Haydnklänge (1797) bei Bruckner (1879) nennen sollte, erklang würdevoll, nicht sentimental. Frisch musikantisch war das Menuett mit seinem rollenden Trio gespielt und hob sich in seiner tänzerischen Energie vom besinnlichen Largo gelungen ab. Das Finale ließ man mit seinen akkordischen Fanfaren derb beginnen, worauf schwungvoll der mit vielen Abwandlungen seines Themas aufwartende Kehraus folgte.

In der Konzertmitte standen, vorgetragen von der auch in unserem Raum wohlbekannten Sopranistin Sonja Maria Westermann, die beiden Liederzyklen "Acht Lieder mit Begleitung vom Streichquartett" von Henri Marteau Op. 10" (1906), bislang geradezu vergessen, und Robert Schumanns "Sechs Gesänge für eine Singstimme mit Pianoforte Op. 107, hier arrangiert für Sopran und Streichquartett von Aribert Reimann (1994). Westermann war seit ihrem Operndebüt 2013 vornehmlich im Opernfach in den Partien des deutschen und italienischen Repertoires zu hören, dabei auch bei einem Heimatbesuch gefeiert als Gräfin in Mozarts Figaro bei den diesjährigen Zwingenberger Festspielen. Auch hat sie sich das Liedfach erarbeitet, wobei beim Eberbacher Konzert ein Streichquartett hinzutrat. Wer nun eine Mitte zwischen Klavier und oft prunkender Orchesterbegleitung erwartete, erlebte ein ebenfalls von Feinheit bis zur Wucht hin fähiges Streichquartettmusizieren, bei dem Sängerin und Streicher die Kunst beherrschten, kammermusikalisch das Ganze zu gestalten. Westermann verfügt über ein wohlklingende, hellstrahlende Sopranstimme mit Altqualität, die sie - sei es bei Läufen oder Kantilenen - ausdrucksvoll im Piano, im Forte und in dramatischen Passagen einzusetzen verstand bei der Gestaltung des Mosaiks menschlicher Stimmungen auf dem knappem Raum der beiden Liederzyklen. So gelang es ihr, aus den entsprechenden Liedern höchst wirkungsvoll gestaltete kleine Szenen und Dramen zu machen. Die bei Marteau vom Wagner-Stil geprägten Lieder weisen daher viele Alliterationen (Stabreime) auf und zeigen musikalisch das Bestreben, Wort und Ton zur Übereinstimmung zu bringen, textempfindliche Musik zu schaffen, etwa wenn in "Thränentropfen" ganz einfach pizzicati erklingen. Als Beispiel diene das Sonnenlied, in dem Sängerin und Quartett einen Sonnenaufgang, mit Liebeserwachen vergleichend, in einer musikalischen Szene eindrucksvoll darstellten. Aus dem Schumann-Zyklus ein unbeschwerteres Beispiel, etwa die Mörike-Vertonung "Der Gärtner", wie vom Komponisten gewünscht - "mit Anmuth" gesungen. Es beschwört ein Wunschbild des Gärtners, der für die kleinste Freundlichkeit einer Reiterin, deren Pferd sich in musikalisch gemalten Sprüngen tummelt, dieser alle seine Rosenblüten schenken würde.

Im ersten Streichquartett des 18-jährigen Beethovenverehrers Mendelssohn beeindruckten virtuose Ecksätze mit ihren beethovenschen Tonhöhen und rasanten Läufen, und das in klanglicher Transpa-renz, womit das Quartett erneut perfekte Instrumentalbeherrschung und gelingendes Zusammenspiel erbrachte. Doch darf das Interesse auch den typisch mendelsohnschen Klangwundern, seine "Lieder ohne Worte" oder den Scherzi mit Elfentonmusik, gelten, die das Quartett auch glückhaft vorführte, etwa die Einleitung zum Kopfsatz, ein "Lied ohne Worte" mit kraftvoll folgendem Allegro, das auch das wuchtige finale Presto am Ende wieder beschloss. Es handelte sich dabei thematisch um Mendelssohns Liedkomposition "Ist es wahr" (Klavier, Sopran), die der Bratschist Sebastian Hensel für Stimme und Streichquart arrangierte und die als Zugabe hier erklang. Auch der langsame Satz zeigte diesen liedhaften Beginn, dem eine beschauliche Fuge folgt. Das hinreißende Intermezzo (Scherzo) gelang ausgezeichnet. Seine gemütvolle Melodie wurde, gezupft begleitet, zum Ständchen. Beim Trio erkannte wohl jeder den Komponisten Mendelssohn, wenn er dieses schnell hingetupfte Fugato hörte, das an dessen dahinhuschende Elfentonmusik erinnert.

Zum Schluss folgte ein verdienter, nicht enden wollender Beifall vom zahlreich gekommenen Publikum. Es bestätigte sich wieder Richard Wagners Meinung (Brief an Liszt) vom Anteil der Ausführenden am Konzerterfolg, nämlich "dass nur der Darsteller der eigentlich wahre Künstler ist. Unser ganzes Dichter- und Komponistenschaffen ist nur Wollen, nicht aber Können: erst die Darstellung ist das Können, die Kunst." Die Künstler bedankten sich noch mit der schon genannten Zugabe.

30.09.19

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