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Nachrichten > Politik und Gesellschaft

Der marktgerechte Patient - in der Krankenhausfabrik

(bro) (str) Der Film „Der marktgerechte Patient - in der Krankenhausfabrik“ wird im Herbst im Neckartal zweimal zu sehen sein. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) - Ortsverband Hirschhorn, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Bezirk Rhein-Neckar, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) - Kreisverband Rhein-Neckar/Heidelberg und das Bündnis Rhein-Neckar für mehr Personal im Gesundheitswesen laden zum Filmabend am Dienstag, 22. Oktober, um 19 Uhr in das Restaurant am Leopoldsplatz in Eberbach und am Freitag, 1. November, um 19 Uhr in das Gewerkschaftsbüro Hirschhorn, Hauptstraße 50, zum Filmabend ein.

Im Anschluss an den Film besteht Gelegenheit zur Diskussion. Als Gesprächspartner/innen stehen in Eberbach Monika Neuner aus dem zuständigen Fachbereich 3 bei ver.di Rhein-Neckar und in Hirschhorn DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) zur Verfügung, der beim DGB Südhessen auch für den Bereich Gesundheitspolitik und Pflege zuständig ist.

„Krank aus der Klinik“ - so oder ähnlich lauten die Titel zahlloseralarmierender Berichte aus deutschen Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber fast immer der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sogenannte Fallpauschalen (englisch: DRGs – Diagnosis Related Groups). Nach ihr hat jede diagnostizierbare Krankheit einen fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten Patienten schnell abfertigt, macht Gewinn, wer sich auf die Patienten einlässt, macht Verluste. Die Einführung der Fallpauschalen war der entscheidende Schritt zur Kommerzialisierung der Krankenhäuser, die bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurden. Wirtschaftsberater/innen durchforsten seitdem jede Abteilung und prüfen, ob Vorgänge nicht mit noch weniger Personal bewältigt werden können. Die Frage ist nicht mehr: Was braucht der Patient? Sondern: Was bringt er uns? Viele Ärzte und Pfleger können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden. „Wären die DRGs ein Medikament, so müsste man sie mit sofortiger Wirkung vom Markt nehmen. Alle versprochenen Wirkungen sind ausgeblieben, und alle Nebenwirkungen sind eingetreten“, resümiert der Berliner Ärztekammerpräsident Dr. Günther Jonitz.

„Der marktgerechte Patient“ handelt von den Ursachen und fatalen Folgen der Fallpauschalen. Leslie Franke und Herdolor Lorenz haben sich dazu mit Medizinern, Pflegepersonal und Patienten getroffen, mit Krankenhausmanagern und Gesundheitsaktivisten. Auf der Basis einer scharfen Ursachenanalyse liefert ihr Film Argumente für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Patienten und Beschäftigte einsetzen wollen. „Der marktgerechte Patient“ will ganz bewusst die Diskussion über die Ausrichtung der Gesundheit am Profit vorantreiben, entsprechende Volksbegehren unterstützen und Bündnisse initiieren.

Der Eintritt ist frei.

14.10.19

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