Sonntag, 15. September 2019

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Laserstrahlen gegen Prostata-Vergrößerung


Dr. med. Thomas Schmidt (links) und Dr. med. Jan Voegele, urologische Chefärzte in der GRN-Klinik Eberbach, präsentieren das Greenlight-Laser-Gerät. Ihren Namen hat die Methode vom zuführenden Kabel, das den Laserstrahl grün leuchten lässt. (Foto: GRN / Elvira Mächtlen)

(bro) (stm) Seit neuestem bietet die urologische Abteilung der GRN-Klinik Eberbach (Chefärzte: Dr. med. Thomas Schmidt und Dr. med. Jan Voegele) zur Therapie der gut­artigen Prostata-Vergrößerung neben verschiedenen anderen Verfahren die Greenlight-Laser-Behandlung an.

Die sogenannte „Photoselektive Vaporisation der Prostata“ (PVP) ist ein besonders schonendes, minimal-invasives Verfahren, das auch bei Patienten angewendet werden kann, die bestimmte blutverdünnende Medikamente (z. B. Marcumar) einnehmen. Im Vergleich mit anderen Operationen zur Prostata-Verkleinerung - etwa durch elektrische Ausschälung - verläuft der Heilungsprozess nach dem Eingriff mit dem Greenlight Laser in der Regel rascher und schmerzfreier, und der Patient kann im Normalfall das Krankenhaus nach wenigen Tagen wieder verlassen. Damit haben Betroffene in der Region nun eine weitere Möglichkeit, ihre Erkrankung mit einem neuen, technisch anspruchsvollen Verfahren wohnortnah behandeln zu lassen.

Nicht alle Männer, bei denen eine gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse) vorliegt, leiden unter den dadurch verursachten Symptomen. Sobald ein Betroffener die Beschwerden beim Wasserlassen allerdings subjektiv als störend oder als Beeinträchtigung seiner Lebensqualität empfindet, muss eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Wenn keine Linderung durch Medikamente eintritt und es darüber hinaus zu wiederholten Harnwegsinfekten, Blasensteinen oder gar Nierenschädigungen kommt, raten Ärzte meist zu einer Operation. Je nach Größe der Drüse geschieht dies über einen Bauchschnitt oder einen Eingriff durch die Harnröhre, bei der das Gewebe von innen abgeschält wird (Transurethrale Resektion der Prostata / TURP). „Bei allen OP-Methoden ist die Blutungsgefahr während und nach dem Eingriff eines der Hauptrisiken“, erklärt Dr. Jan Voegele, der als Operateur verschiedene Techniken beherrscht, „daher sind wir froh, dass wir nun insbesondere denjenigen Männern eine risikoarme Alternative anbieten können, die wir ansonsten aufgrund ihrer Medikamenten-Einnahme nicht hätten operieren können.“

Während des Eingriffs mit dem Greenlight Laser wird der Laserstrahl über eine Sonde durch die Harnröhre an die Prostata gebracht und lässt dort das überschüssige Gewebe verdampfen. Gleichzeitig verschließt der Laserstrahl die eröffneten Blutgefäße, so dass es nur zu geringen Blutungen kommt. Insgesamt hat das Verfahren in der Regel also kaum unerwünschte Nebenwirkungen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Greenlight-Laser-Methode sogar zur Operation von Prostata-Krebs eingesetzt werden.

16.09.14

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